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BĂ€rtierchen
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BĂ€rtierchen (Tardigrada) â auch WasserbĂ€ren genannt â bilden einen Tierstamm innerhalb der HĂ€utungstiere (Ecdysozoa). Die meistens weniger als einen Millimeter groĂen achtbeinigen Tiere erinnern durch ihr Aussehen und ihre tapsig wirkende Fortbewegungsweise etwas an BĂ€ren, was zu ihrer Bezeichnung im deutschen Sprachraum fĂŒhrte. Auch ihr wissenschaftlicher Name (von lateinisch tardigradus âlangsam schreitend, langsamâ, zusammengesetzt aus tarde âlangsamâ und gradi âSchritte machen, schreiten, einherschreitenâ)cite-ref-1[1] geht auf die langsame Fortbewegung zurĂŒck.
Sie leben weltweit im Meer, SĂŒĂwasser oder in feuchten LebensrĂ€umen an Land; besonders hĂ€ufig findet man sie dort in Mooskissen. Eine Eigenschaft der Tiere ist die Kryptobiose, ein todesĂ€hnlicher Zustand, in dem sie extreme Umweltbedingungen ĂŒberdauern können. BĂ€rtierchen können sich sowohl vom Inhalt von Pflanzenzellen ernĂ€hren als auch rĂ€uberisch von kleinen Tieren wie FadenwĂŒrmern (Nematoda) oder RĂ€dertierchen (Rotifera), die sie dazu anstechen und aussaugen. BĂ€rtierchen pflanzen sich meistens geschlechtlich fort. Manche Arten vermehren sich aber auch parthenogenetisch, das heiĂt ohne Beteiligung von MĂ€nnchen; die Eier der Weibchen entwickeln sich in diesem Fall ohne Befruchtung.
Die nĂ€chsten heute noch lebenden Verwandten der BĂ€rtierchen sind vermutlich Glieder- (Arthropoda) und StummelfĂŒĂer (Onychophora), mit denen sie das Taxon Panarthropoda bilden.
Contents
âą Aufbau
⹠ExtremitÀten
âą Haut
âą HĂ€mocoelom
âą Muskulatur
âą Atmung
âą Verdauungsorgane
âą Nervensystem
âą Sinnesorgane
âą Verbreitung
âą Lebensraum
âą Lebensraum Meer
âą Lebensraum Land
⹠ErnÀhrung
âą HĂ€utung
âą Resistenzstadien
âą Cyclomorphose
âą Zysten
âą Anoxybiose
âą Osmobiose
âą Kryobiose
âą Anhydrobiose
âą Moderne Formen
âą Systematik
âą Diverses
âą Popkultur
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Aufbau
Die GröĂe von BĂ€rtierchen liegt zwischen 50 Mikrometern bei einigen Jungtieren und 1,5 Millimetern bei einer Art der Gattung Macrobiotus, betrĂ€gt aber meist etwa 100 bis 500 Mikrometer, so dass die Tiere zur Meiofauna gezĂ€hlt werden. Sie haben einen relativ plumpen, zylindrisch geformten Körper, der bauchseitig abgeflacht ist und oberflĂ€chlich gesehen aus vier Körpersegmenten mit je einem Beinpaar und einem Kopfsegment zu bestehen scheint. Dieser Ă€uĂere, durch Querfalten in der Ă€uĂersten Hautschicht hervorgerufene Eindruck ist allerdings irrefĂŒhrend: Der nur wenig vom Rest des Körpers abgesetzte und differenzierte Kopf besteht wahrscheinlich nicht aus einem, sondern aus drei miteinander verwachsenen Segmenten, der Körper könnte dagegen nicht aus vier, sondern möglicherweise aus fĂŒnf Teilen zusammengesetzt sein.
Meereslebende Arten sind meistens farblos oder unauffĂ€llig weiĂ bis grau gefĂ€rbt, wĂ€hrend sich bei land- und sĂŒĂwasserlebenden Formen oft Farben wie Rot, Gelb, GrĂŒn, Rosa, Lila oder Schwarz finden. Die FĂ€rbung wird entweder durch Pigmente in der AuĂenhaut, der Cuticula, oder durch den farbigen Inhalt der Leibeshöhle, des HĂ€mocoeloms, oder des Darms hervorgerufen. Oft wandern auch Farbstoffe aus dem Darm in das HĂ€mocoelom und werden von dort aus in der Cuticula abgelagert.
Charakteristischerweise sind viele Gewebe der BĂ€rtierchen eutelisch, das heiĂt, die Zahl der Zellen, aus denen sie bestehen, ist genetisch festgelegt. GröĂenwachstum kann daher nicht durch eine Vermehrung der Zellenanzahl, sondern nur durch ein Wachstum der individuellen Zellen selbst stattfinden. Wird (durch experimentellen Eingriff) nach der ersten Zellteilung eine der beiden Tochterzellen abgetötet, entwickelt sich dennoch ein anatomisch vollstĂ€ndiges und lebensfĂ€higes Tier, das dann nur halb so viele Zellen enthĂ€lt wie normal.cite-ref-2[2]
ExtremitÀten
An vier Rumpfsegmenten entspringt am linken und rechten Rand der Bauchseite (ventrolateral) je ein âStummelbeinâ, eine gelenklose AusstĂŒlpung des Rumpfes, wie sie sich auch bei der verwandten Gruppe der StummelfĂŒĂer findet. Gelegentlich werden einzelne Regionen des Beines unterschieden, die man dann als Coxa ("HĂŒfte"), Femur ("Oberschenkel"), Tibia ("Schienbein") oder Tarsus ("FuĂ") bezeichnet. Da die Beine nur wenig differenziert sind, ist die anatomische Grundlage dieser Begriffe fraglich; in jedem Fall sind sie jedoch rein deskriptiv zu verstehen, deuten also nicht auf eine evolutionĂ€re Verwandtschaft mit den entsprechenden Beinbestandteilen der GliederfĂŒĂer hin.
Viele im Meer lebende Arten sind in der Lage, ihre Beine teleskopartig ineinanderzuschieben; dabei helfen ihnen die bei allen BĂ€rtierchen innerhalb des Beines verlaufenden kurzen Muskeln. Am Beinende sitzen meistens vier bis acht, seltener bis zu dreizehn einziehbare Klauen, die manchmal an dĂŒnnen BeinauswĂŒchsen, den âZehenâ, sitzen und von speziellen DrĂŒsen, den âKlauendrĂŒsenâ, sezerniert werden. Bei einigen Arten sind die Klauen sekundĂ€r zu Haftscheiben abgewandelt; bei der Gattung Apodibius sind keine Klauen vorhanden. Oft zeigen die Klauen des vierten Beinpaares in die umgekehrte Richtung wie diejenigen der ersten drei Paare.
Haut
Die Cuticula ist 0,5 Mikrometer dick und besteht aus drei Schichten: der Ă€uĂeren Epicuticula mit einer StĂ€rke von etwa 0,1 Mikrometern, einer darunterliegenden Intracuticula mit einer Dicke von ungefĂ€hr 0,2 Mikrometern und einer abschlieĂenden Procuticula, die eine StĂ€rke von etwa 0,25 Mikrometer aufweist. Sie setzt sich aus Chitin, verschiedenen Glykoproteinen, Polysacchariden, Mucopolysacchariden, Lipiden und Lipoproteinen zusammen und enthĂ€lt bei vielen land- und sĂŒĂwasserlebenden Arten auch Pigmente. Oft ist sie durch Höcker, Dornen oder GrĂŒbchen ornamentiert und bei manchen Arten rĂŒckseitig (dorsal), seltener seitlich (lateral), sehr selten auch bauchseitig (ventral) zu dicken Panzerplatten, den Skleriten, verhĂ€rtet; diese sind dann wie bei den GliederfĂŒĂern gelenkig verbunden. Die Cuticula wird zusammen mit den Beinklauen und der Auskleidung des Vorder- und Hinterdarms einschlieĂlich der in Ersterem enthaltenen Mundwerkzeuge, der Stilette, regelmĂ€Ăig gehĂ€utet.
Die Epidermis besteht aus einer eutelischen, also innerhalb einer Art immer aus der gleichen Zellzahl bestehenden, einfachen Zellschicht, welche die darĂŒberliegende Cuticula sezerniert. Sie ist von der Leibeshöhle nur durch eine dĂŒnne extrazellulĂ€re Trennschicht, die sogenannte Basallamina, abgeteilt.
HĂ€mocoelom
Die Leibeshöhle ist kein echtes Coelom, das heiĂt, sie ist nicht von einem auf embryonales Mesoderm zurĂŒckfĂŒhrbaren Gewebe ausgekleidet. Alle Organe sind von ihr lediglich durch die dĂŒnne Basallamina getrennt. Man bezeichnet die Leibeshöhle daher als Pseudo- oder, da sie mit âBlutâ gefĂŒllt ist, als HĂ€mocoelom. Ein echtes Coelom findet sich nur um die einzige KeimdrĂŒse (Gonade) herum.
Das Blut ist farblos und dient nicht dem Sauerstofftransport. Es zirkuliert durch Körperbewegungen; ein eigentlicher Blutkreislauf existiert aber ebenso wenig wie separate BlutgefĂ€Ăe oder ein Herz. DafĂŒr ist es mit bis zu 200 frei schwebenden oder an der Basallamina verankerten Zellen, den HĂ€mozyten, gefĂŒllt, deren erste Aufgabe die NĂ€hrstoffspeicherung zu sein scheint; möglicherweise spielen sie auch bei der BakterienbekĂ€mpfung eine Rolle.
Muskulatur
Anders als bei den nahe verwandten StummelfĂŒĂern treten Muskeln bei den BĂ€rtierchen niemals in dicken Muskelschichten auf. Stattdessen besteht die Muskulatur des Rumpfs und der GliedmaĂen aus vereinzelten, dĂŒnnen, an der Cuticula befestigten LĂ€ngsmuskeln, die aus nur wenigen, manchmal sogar nur aus einer einzigen Muskelzelle bestehen. Sie arbeiten entweder gegen das HĂ€mocoel, das wie ein flĂŒssigkeitsgefĂŒllter Ballon als Hydroskelett wirkt, oder antagonistisch gegeneinander wie die Armbeuge- und -streckmuskulatur des Menschen. Ringmuskulatur findet man bei BĂ€rtierchen nicht. Die Muskelzellen sind meistens glatt, selten quergestreift, wobei Letzteres vermutlich der ursprĂŒngliche Zustand ist; glatte Muskulatur ist bei vielen Arten nach einer verbreiteten Hypothese erst sekundĂ€r als Anpassung an das Landleben entstanden.
Atmung
Muskeln benötigen fĂŒr ihre Arbeit Sauerstoff, dessen durchschnittlicher Konsum bei BĂ€rtierchen auf zwischen 0,05 und 0,1 Kubikmillimeter pro Stunde und Milligramm Körpergewicht geschĂ€tzt wird. Aufgrund des sehr gĂŒnstigen VerhĂ€ltnisses von KörperoberflĂ€che zu Körpervolumen sind jedoch keine separaten Atmungsorgane notwendig und dementsprechend auch nicht vorhanden. Der gesamte Gasaustausch kann durch einfache Diffusion ĂŒber die Haut stattfinden, die dazu allerdings von einem dĂŒnnen Wasserfilm bedeckt sein muss.
Verdauungsorgane
Der Verdauungstrakt besteht aus einem langen, von der Vorder- zur Hinterseite des Körpers laufenden Schlauch, der sich in Mundhöhle, Schlund (Pharynx), Speiseröhre, Mitteldarm und Enddarm (Rektum) gliedern lĂ€sst. Die ersten drei Abschnitte werden als Vorderdarm (Oesophagus) zusammengefasst, weil ihre aus Cuticula bestehende Auskleidung zusammen mit der cuticulĂ€ren Hinterdarmauskleidung bei jeder HĂ€utung abgestoĂen wird.
Die Mundöffnung befindet sich bei fleisch- oder allesfressenden Arten (Carnivoren und Omnivoren) meistens endstĂ€ndig am Vorderende des Körpers (terminal), bei Arten, die sich von Pflanzen oder organischem Abfall ernĂ€hren (Herbivoren und Detritivoren), dagegen oft etwas hinter dem Vorderende auf der Bauchseite (ventral-subterminal). Sie ist vielfach von einem Kranz aus 10 bis 30 harten, quaderförmigen VorsprĂŒngen, den sogenannten Lamellen (Lamellae) umgeben und sitzt manchmal auf einem Mundkegel, der teleskopartig ausgefahren werden kann.
In die sich anschlieĂende röhrenförmige Mundhöhle mĂŒndet links und rechts je eine SpeicheldrĂŒse, die nicht nur Verdauungssekrete absondert, sondern auch die fĂŒr BĂ€rtierchen charakteristischen Stilette synthetisiert. Dieses sind harte, meistens gerade, gelegentlich aber auch gekrĂŒmmte Nadeln, die normalerweise im Innenraum (Lumen) der jeweiligen SpeicheldrĂŒse liegen, aber mit ihrer scharfen Spitze in die Mundhöhle vorragen können. Durch Pro- und Retraktormuskeln, die an ihrem verdickten Hinterende ansetzen, können sie vorgestreckt oder eingezogen werden. Querverlaufende Stiletthalter verbinden sie mit der Mundhöhle, wĂ€hrend ihr Vorderende im eingezogenen Zustand in eigenen Stilettscheiden ruht. Bei carnivoren Arten sind sie meistens etwas krĂ€ftiger ausgeprĂ€gt als bei herbivoren Formen.
Der Schlund besteht aus radial nach auĂen laufenden quergestreiften Epithelmuskelzellen, die von der Leibeshöhle durch eine Basallamina abgetrennt sind. Der Schlundinnenraum, das Lumen, ist dagegen von Cuticula ausgekleidet und durch seinen Y-förmigen, triradiaten Querschnitt ideal zum effizienten Erzeugen von Unterdruck geeignet, der dazu genutzt wird, flĂŒssige Nahrung in den Darm einzusaugen. Dieses Pumpenprinzip hat sich unabhĂ€ngig auch bei anderen, nicht nĂ€her verwandten Tieren wie den RĂ€dertierchen entwickelt.
Eine aus wĂŒrfelförmigen Zellen bestehende kurze Speiseröhre, die vermutlich Schleim sezerniert, stellt die Verbindung zum Mitteldarm her, der aus einschichtigem Epithelgewebe besteht, das manchmal seitliche AusstĂŒlpungen (Mikrovilli) besitzt, die vermutlich dazu dienen, die OberflĂ€che zu vergröĂern. Beim Eintritt in den Darm wird die Nahrung oft durch eine peritrophe Membran eingehĂŒllt, deren Funktion es ist, das empfindliche Darmgewebe vor der BeschĂ€digung durch Fremdkörper zu schĂŒtzen. Der Mitteldarm sezerniert hydrolytische Enzyme, nimmt NĂ€hrstoffe aus der Nahrung auf, speichert diese in Form von Fetten oder Polysacchariden und hat vermutlich auch eine Funktion bei der Ausscheidung von Abfallstoffen. Bei vielen Arten findet sich hier eine umfangreiche Bakterienflora, die vermutlich kommensal, also ohne Beeinflussung ihres Wirts, lebt, teils aber wohl auch als Nahrungsquelle dient.
In einem kurzen, von Cuticula ausgekleideten Enddarm werden die Nahrungsreste gesammelt, möglicherweise auch noch einmal modifiziert und dann durch den bauchseitig, etwas vor dem letzten Beinpaar auf der Mittellinie (medial-ventral) gelegenen Anus an die AuĂenwelt abgegeben. Bei vielen Arten mĂŒnden nicht nur die nachfolgend nĂ€her beschriebenen Malpighischen DrĂŒsen in den Enddarm ein, sondern auch der Eileiter der Weibchen; man bezeichnet den letzten Darmabschnitt in diesem Fall als Kloake.
Ausscheidungsorgane
Unverdauliche Reste, Abfallprodukte des Stoffwechsels oder Schadstoffe können auf verschiedenem Wege an die AuĂenwelt abgegeben werden. Zum einen werden von der Epidermis viele Schadstoffe in die darĂŒberliegende Cuticula eingebaut und dann bei der nĂ€chsten HĂ€utung zusammen mit dieser abgestoĂen. Daneben ĂŒbernehmen die SpeicheldrĂŒsen wĂ€hrend der HĂ€utung anscheinend eine Ausscheidungsfunktion. Auch der Darm nimmt nicht nur NĂ€hrstoffe auf, sondern gibt wohl auch Schadstoffe aus der Leibeshöhle an das Darmlumen, den Darminnenraum, ab.
Viele Arten, die der Klasse Eutardigrada zugeordnet werden, verfĂŒgen daneben noch ĂŒber drei, sehr selten vier spezialisierte Organe, die man als Malpighische DrĂŒsen bezeichnet. Zwei von ihnen liegen seitlich (lateral), eine liegt rĂŒckseitig (dorsal) des Darms. Sie mĂŒnden an der Verbindungsstelle von Mittel- und Enddarm und dienen sehr wahrscheinlich der Ausscheidung stickstoffhaltiger Abfallstoffe. Obwohl sie strukturell den gleichnamigen DrĂŒsen der Insekten Ă€hneln, handelt es sich wahrscheinlich nicht um homologe Organe, das heiĂt, sie gehen evolutionsgeschichtlich nicht auf eine gemeinsame VorgĂ€ngerstruktur zurĂŒck. Da sie bei den als ursprĂŒnglich geltenden meereslebenden Arten der zweiten groĂen Klasse, der Heterotardigrada, nicht vorhanden sind, gelten sie als evolutionĂ€re Anpassung an das Leben im SĂŒĂwasser und an Land.
Einige landlebende Formen der Heterotardigrada verfĂŒgen an Stelle von Malpighischen DrĂŒsen ĂŒber spezielle bauchseitig gelegene Organe, die am Ansatz des zweiten und dritten Beinpaares mĂŒnden und vermutlich eine Ausscheidungsfunktion innehaben. Echte Nephridien, hochentwickelte Ausscheidungsorgane, kommen dagegen bei BĂ€rtierchen grundsĂ€tzlich nicht vor.
Nervensystem
Das Nervensystem der BÀrtierchen besteht aus einem um den Vorderdarm laufenden Nervenring im Kopf und zwei paarig auf der Bauchseite nach hinten verlaufenden NervenstrÀngen, die durch Querverbindungen in jedem Rumpfsegment ein sogenanntes Strickleiternervensystem bilden.
Der vordere Nervenring besteht aus einem oberhalb der Mundhöhle gelegenen Oberschlundganglion und einem unterhalb derselben befindlichen Unterschlundganglion, zwei Ansammlungen von Nervenzellen, die durch seitlich des Verdauungstrakts verlaufende NervenbĂ€nder miteinander zu einem Ring verbunden sind und als primitives âGehirnâ angesehen werden können. Das Oberschlundganglion besteht aus zwei Paaren rĂŒckseitig gelegener und zum Hinterende (caudal) ausgerichteter Gehirnlappen, einem inneren und einem Ă€uĂeren, sowie einem weiteren seitlich der Stilette gelegenen Paar. Das Ă€uĂere rĂŒckseitige Paar innerviert, falls diese vorhanden sind, die Augen und versorgt auch weitere am Kopf befindliche Sinnesorgane, die Cirri und Clavae, mit Nerven. Es ist auĂerdem in ungewöhnlicher Weise mit den Ganglien des ersten Rumpfsegments verbunden. Diese sind jedoch wie bei den verwandten GliederfĂŒĂern in erster Linie durch breite NervenbĂ€nder an das Unterschlundganglion angeschlossen.
Das BĂ€rtierchengehirn entsteht aus der Fusion mehrerer, ursprĂŒnglich unabhĂ€ngiger Ganglien, was als Hinweis auf die Entstehung des Kopfes aus der Verschmelzung mindestens dreier Segmente gewertet werden kann. Auch das Gehirn der eng verwandten GliederfĂŒĂer setzt sich aus mehreren Ganglien zusammen, welche dort die drei Gehirnregionen Proto-, Deuto- und Tritocerebrum bilden. Deswegen wird manchmal vermutet, dass es sich bei den entsprechenden Strukturen um Homologien handelt, also Gewebe, die auf gemeinsame Vorfahren von BĂ€rtierchen und GliederfĂŒĂern zurĂŒckgehen. Neuere elektronenmikroskopische Untersuchungen widersprechen dieser Ansicht und kommen stattdessen zu dem Ergebnis, dass das gesamte Gehirn der BĂ€rtierchen evolutionsgeschichtlich dem Protocerebrum der GliederfĂŒĂer entspricht.
Zwei bauchseitig verlaufende NervenstrĂ€nge bilden das Rumpfnervensystem. Sie entspringen am Unterschlundganglion und verlaufen parallel zueinander zum Hinterende des Tieres. Jeder Nervenstrang weist vier oder fĂŒnf Ganglien auf, die den vier beintragenden Segmenten und vielleicht einem weiteren, beinlosen Genitalsegment entsprechen. Die zwei Ganglien eines Beinsegments sind miteinander durch querlaufende Nervenverbindungen verknĂŒpft.
Sinnesorgane
Viele, aber nicht alle BĂ€rtierchen verfĂŒgen ĂŒber punktförmige, entweder rot oder schwarz gefĂ€rbte Augen. Sie sind als sogenannte Pigmentbecherocelli ausgefĂŒhrt, das heiĂt, jedes Auge besteht aus einer von zwei Photorezeptorzellen umschlossenen, becherförmigen Pigmentzelle, deren konkave Seite der KörperoberflĂ€che und damit dem Licht zugewandt ist. Sie werden durch die Ă€uĂeren, rĂŒckseitigen Gehirnlappen mit Nerven versorgt und sind in ihrer speziellen Form nur bei BĂ€rtierchen anzutreffen.
Daneben finden sich bei manchen Arten auf den Rumpfsegmenten borstenförmige Sensillen, die vermutlich auf chemische oder BerĂŒhrungsreize reagieren. Fadenförmige Sensillen, die Cirri, befinden sich besonders bei vielen meereslebenden Arten auf der KopfrĂŒckseite und sind wahrscheinlich Tastsinnesorgane, wĂ€hrend Clavae, etwas dickere und von innen hohle FĂ€den, vermutlich Chemorezeptoren darstellen. Bei vielen Arten finden sich um die Mundöffnung herum angeordnete warzenförmige Erhebungen, die Papillen, die wahrscheinlich ebenfalls eine Funktion bei der Wahrnehmung der Umgebung innehaben.
Fortpflanzungsorgane
BĂ€rtierchen besitzen grundsĂ€tzlich nur eine KeimdrĂŒse (Gonade), die, unpaarig angelegt und von echtem Coelomgewebe umgeben, oberhalb des Verdauungstrakts gelegen und durch BĂ€nder am Vorderende der rĂŒckseitigen Körperwand befestigt ist.
Im Hoden der MĂ€nnchen werden die begeiĂelten Spermien gebildet. Von ihm gehen zwei Spermienleiter aus, die sich bauchseitig an der vor dem Anus auf der Körpermittellinie gelegenen, oft röhrenartig vorstehenden Geschlechtsöffnung, der Gonopore, vereinigen und zur Umwelt nach auĂen öffnen. Die funktionell nicht erklĂ€rbare Dopplung der Spermienleiter wird als Hinweis auf den evolutionsgeschichtlichen Verlust einer KeimdrĂŒse gewertet.
Der Eierstock der Weibchen besitzt hingegen nur einen Eileiter, der je nach Art entweder rechts oder links vom Darm liegt. Seine MĂŒndung liegt bei den Arten einer Klasse, den Heterotardigrada, in einer separaten, meistens vor dem Anus gelegenen, Gonopore, bei den Arten der anderen Klasse, den Eutardigrada, dagegen im Hinterdarm, der damit zur Kloake wird. Viele Weibchen besitzen ein bis zwei SamenblĂ€schen, die bei einer Kopulation die Spermien der MĂ€nnchen aufnehmen und bis zur Eiablage speichern.
Zwittrige Individuen besitzen eine als Ovotestis bezeichnete KeimdrĂŒse, in der sowohl Spermien- als auch Eizellen heranreifen, die durch einen gemeinsamen Ei- bzw. Samenleiter freigesetzt werden können.
Verbreitung
BĂ€rtierchen leben weltweit auf allen Kontinenten einschlieĂlich Antarktika und in allen Ozeanen. Sie finden sich sowohl in mitteleuropĂ€ischen Regenrinnen als auch in regelmĂ€Ăig vereisten arktischen TĂŒmpeln oder tropischen RegenwĂ€ldern, in mehr als 6000 Metern Höhe im Himalaja-Gebirge, auf abgelegenen Inseln wie den SĂŒdsandwich-Inseln, in der 4690 Meter tief gelegenen abyssalen Zone auf dem Boden des Indischen Ozeans oder mitten im Atlantik auf treibenden Braunalgen. Obwohl sie in allen Klimazonen vorkommen, besteht ein Verbreitungsschwerpunkt in polaren und gemĂ€Ăigten Breiten.
Erst auf Familien- und Gattungsebene lĂ€sst sich eine biogeografische Struktur erkennen, die mit der Trennung des Urkontinents Pangaea in Gondwana und Laurasia in Verbindung gebracht werden kann. Insgesamt zehn Gattungen und 22 Arten sind aber selbst Kosmopoliten, das heiĂt, auf der ganzen Welt zu finden. Sie gelten als Ăberbleibsel einer vor der erdgeschichtlichen Epoche der Trias bestehenden Pangaea-Fauna. Die meisten anderen Arten besitzen ein rĂ€umlich eingeschrĂ€nktes Verbreitungsgebiet.
Lebensraum
Nach ihrem Lebensraum (Habitat) lassen sich BĂ€rtierchen grundsĂ€tzlich als meeres- (marin), sĂŒĂwasser- (limnisch) oder landlebend (terrestrisch) beschreiben, wobei die Trennung zwischen den letzten beiden Kategorien nur unscharf ist, weshalb auch der zusammenfassende Begriff limnoterrestrisch hĂ€ufig Verwendung findet. Alle BĂ€rtierchen sind, obwohl teilweise hochgradig austrocknungsresistent, zum aktiven Leben auf einen dĂŒnnen Wasserfilm angewiesen.
Lebensraum Meer
Die marinen Arten leben sowohl in Salz- als auch in Brackwasser und finden sich von der Gezeitenzone hinab ĂŒber die Flachwasserzone bis in die abyssalen Tiefebenen der Ozeane; mindestens eine Art ist in der Lage, den Wasserdruck zu ĂŒberstehen, der auf dem Boden des Marianengrabens herrscht. Ist der Meeresgrund schlammig ausgebildet, haben sich die dortigen benthischen BĂ€rtierchen meistens durch einen starken wurmförmigen Körper mit verkĂŒrzten ExtremitĂ€ten an ihre Umgebung angepasst; in sandigem oder gerölligem Untergrund, der Spalten und Ritzen bietet, finden sich dagegen eher Tiere mit krĂ€ftig ausgebildeten Stummelbeinen. Eine Art hat sich anscheinend auf Manganknollen als Lebensraum spezialisiert, wĂ€hrend andere in ausgedehnten Algenteppichen oder auf Tieren wie Steinkorallen (Scleractinia), Moostierchen (Bryozoa), Muscheln (Bivalvia), Asseln (Isopoda), RankenfuĂkrebsen (Cirripedia), Seeigeln (Echinoidea) oder Seewalzen (Holothuroidea) leben, teils kommensal, also ohne Beeinflussung des Wirts, teils aber auch parasitĂ€r. Mindestens eine Art lebt auf treibenden Sargassum-Algen mitten auf dem offenen Ozean in der Sargassosee. Zum Land hin findet sich an fast allen StrĂ€nden eine ausgeprĂ€gte SandlĂŒckenfauna in den obersten Zentimetern des Bodens, wo die Tiere zwischen einzelnen Sandkörnern leben. Sind mehrere Arten vorhanden, verteilen sie sich meistens auf unterschiedliche MikrolebensrĂ€ume, die sich durch Feuchtigkeits- oder Temperaturunterschiede voneinander abgrenzen lassen. Den Ăbergang zu den terrestrischen Formen bilden diejenigen BĂ€rtierchen, die in marinen Flechten leben, welche sich oberhalb des bei Flut gewöhnlich erreichten Wasserspiegels auf Felsgeröll angesiedelt haben und normalerweise nur von der salzigen Gischt erreicht werden.
Lebensraum SĂŒĂwasser
Die im eigentlichen Sinne limnischen Arten leben sowohl in FlieĂgewĂ€ssern als auch in Seen, Teichen, TĂŒmpeln oder auch einzelnen PfĂŒtzen. Innerhalb eines Sees bilden BĂ€rtierchen meistens einen Bestandteil der bodenlebenden SandlĂŒckenfauna; Funde aus bis zu 150 Metern Tiefe sind bekannt. Die Tiere leben meistens in den obersten, sauerstoffhaltigen Zentimetern des Bodens, finden sich zum Seeufer hin, wo lockerer Sand die Tiere ernsthaft verletzen könnte, aber meistens etwas tiefer. Daneben werden auch Algen oder Wasserpflanzen besiedelt, an der SeeoberflĂ€che finden sich BĂ€rtierchen gelegentlich in Seerosen.
Oft lassen sich einzelne Individuen in Regenrinnen aufspĂŒren; die Tiere werden vermutlich von Moosen des Dachs gewaschen, sodass sie als terrestrisch gelten. SchlieĂlich bilden auch heiĂe Quellen einen von manchen Arten besiedelten SĂŒĂwasser-Lebensraum.
Lebensraum Land
Die wichtigsten terrestrischen Habitate sind Moosrasen; die dort lebenden Arten werden als moosliebend oder bryophil bezeichnet. Weil Moose in den ZwischenrĂ€umen Wasser speichern, können sie allerdings auch als aquatische LebensrĂ€ume angesehen werden. Oft finden sich unterschiedliche Arten in den verschiedenen Zonen des Mooses; die BĂ€rtierchen-Faunen der Rhizoidschicht, mit der die Moose im Boden verwurzelt sind, und der photosynthetisch aktiven, aber austrocknungsgefĂ€hrdeten AuĂenschicht sind zum Beispiel nicht identisch. Daneben finden sich die Tiere auch in Flechten oder geeigneten BlĂŒtenpflanzen wie Bromelien (Bromeliaceae), Kannenpflanzen (Nepenthaceae), in Steinbrech (Saxifraga), Mannsschild (Androsace) oder Karden (Dipsacus). Bei all diesen Pflanzen sammelt sich etwa in den BlattansĂ€tzen oder anderen becherförmigen Pflanzenteilen Wasser; sie werden damit fĂŒr BĂ€rtierchen zu einem Miniaturlebensraum.
Daneben finden sich BĂ€rtierchen hĂ€ufig in der Laubstreu von WĂ€ldern oder im Boden selbst, wobei BuchenwĂ€lder anscheinend besonders beliebt sind. Ein etwas ausgefalleneres Habitat sind die Gletscher der Hochgebirge: Dort können dunkle Ablagerungen von Staub oder feinkörnigem Geröll tagsĂŒber zur WĂ€rmeabsorption und damit zum vorĂŒbergehenden Antauen der OberflĂ€che fĂŒhren; in der dabei entstehenden, wĂ€ssrigen Kryokonit-Schicht lassen sich ebenfalls BĂ€rtierchen finden. StĂ€dtische LebensrĂ€ume wurden bisher noch kaum untersucht.
BĂ€rtierchen sind nur dann aktiv, wenn sie selbst in ihrem jeweiligen Substrat zumindest von einem dĂŒnnen Wasserfilm bedeckt sind, so dass sie in ariden Gebieten wie WĂŒsten nicht leben können. Viele terrestrische Arten sind allerdings extrem austrocknungsresistent und können daher regelmĂ€Ăige Trockenperioden und auch Temperaturextreme gut ĂŒberstehen. Diesen grundlegenden ökologischen Vorteil, den sie mit manchen RĂ€dertierchen (Rotifera) teilen, können sie gegenĂŒber konkurrierenden Tieren wie FadenwĂŒrmern (Nematoda) dort am besten ausspielen, wo der Feuchtigkeitsgehalt der Umgebung starken Schwankungen unterworfen ist, was zumindest teilweise die groĂe Vorliebe vieler BĂ€rtierchenarten fĂŒr Moose und Flechten erklĂ€rt, die in sehr kurzer Zeit austrocknen oder mit Wasser geflutet werden können. Die Besiedlung dieser LebensrĂ€ume, zu denen wenige andere Tiere Zugang haben, gilt als ein wichtiger Grund fĂŒr den groĂen evolutionĂ€ren Erfolg der BĂ€rtierchen.
Populationsdichten
Genaue Angaben ĂŒber Populationsdichten liegen nur fĂŒr wenige Arten und auch dort bisher nur in Stichproben vor: An SandstrĂ€nden fanden sich so pro Kubikzentimeter Sand bis zu 35 Individuen, in Böden wurden bis zu 30 Individuen pro Quadratzentimeter OberflĂ€che gezĂ€hlt, wĂ€hrend Mooskissen mit etwa 200 Individuen pro Quadratzentimeter erwartungsgemÀà einen sehr eng besiedelten Lebensraum darstellen. In der Regel liegen die Populationsdichten jedoch deutlich unter diesem Höchstwert. Soweit es sich aufgrund der bisher noch unzureichenden Datenlage sagen lĂ€sst, sind die Individuenzahlen meereslebender Arten meistens wesentlich kleiner als diejenigen der land- oder sĂŒĂwasserlebenden Formen.
Populationsdichten können durch Temperatur und Feuchtigkeit, das Nahrungsangebot, die Zahl der Parasiten und Fressfeinde oder durch Umweltschadstoffe beeinflusst sein und schwanken bei den limnoterrestrischen Arten meistens jahreszeitbedingt, wobei sich oft im FrĂŒhjahr und FrĂŒhsommer ein erster und im Herbst ein zweiter Höhepunkt feststellen lĂ€sst.
Transport und Fortbewegung
Die Verbreitung von BĂ€rtierchen erfolgt nur in sehr untergeordnetem MaĂe durch aktive Fortbewegung; die meisten Tiere werden stattdessen durch Wind, Wasser oder Tiere in neue potentielle LebensrĂ€ume verbracht. Dieser passive Transport betrifft in erster Linie die Eier der Tiere sowie Zysten und Tönnchen â gegenĂŒber Umweltextremen in gröĂerem oder extremem MaĂe unabhĂ€ngige Lebensstadien.
Marine Arten lassen sich in Ozeanströmungen treiben, wobei ihnen vermutlich spezielle segelartige Auswölbungen ihrer AuĂenhaut helfen. Limnoterrestrische Arten werden auf dieselbe Weise manchmal von ĂŒber die Ufer tretenden FlieĂgewĂ€ssern oder von Schmelzwasser transportiert. Zeitweilig ausgetrocknete Habitate erlauben eine Verbreitung von Eiern oder Cysten mit dem Wind (Anemochorie), wĂ€hrend kleinere Strecken in Wasserspritzern ĂŒberbrĂŒckt werden können. WĂ€hrend eines Unwetters vor Grönland konnten sogar ausgewachsene Tiere in fallenden Regentropfen nachgewiesen werden, die wahrscheinlich zuvor vom Sturm aufgewirbelt wurden. Vermutlich bringen auch Insekten oder Vögel, an denen die Eier oder Zysten haften bleiben, BĂ€rtierchen in neue Habitate (Zoochorie).
Zur aktiven Fortbewegung benötigen alle Arten einen dĂŒnnen umgebenden Wasserfilm. Sie nutzen dann die Beine der ersten drei Rumpfsegmente, die im Gegensatz zu den verwandten StummelfĂŒĂern nicht nur paarweise, sondern auch einzeln bewegt werden können, um etwa ĂŒber Sandkörner zu krabbeln oder in Mooskissen herumzuklettern. Die an den Beinen sitzenden Klauen oder Haftscheibchen werden dazu eingesetzt, das jeweilige Substrat zu ergreifen. Anders als die ersten drei Beinpaare dienen die hinteren beiden GliedmaĂen dazu, sich am Untergrund festzuhalten, bei manchen Arten auch zur RĂŒckwĂ€rtsbewegung; an diese abgewandelte Funktion sind sie durch die unterschiedliche Klauenausrichtung angepasst. Die gröĂte experimentell gemessene Laufgeschwindigkeit liegt bei 17,7 Zentimetern pro Stunde; der Wert lĂ€sst den lateinischen Namen der Gruppe, Tardigrada, der sich aus dem Lateinischen tardus âlangsamâ und gradus âSchrittâ ableitet, also âLangsamschreiterâ bedeutet, angebracht erscheinen.
Phototaxis, also die Hin- oder Wegbewegung zu und von Lichtquellen, ist noch sehr unzureichend untersucht. Jungtiere reagieren anscheinend negativ photokinetisch, das heiĂt, sie reagieren auf Lichteinstrahlung mit schnelleren Bewegungen und spontanen RichtungsĂ€nderungen, ohne dass sich eine gezielte Vermeidungsreaktion feststellen lieĂe. Da Lichteinstrahlung oft mit WĂ€rmestrahlung und nachfolgender Wasserverdunstung verbunden ist, hĂ€ngt dieses Verhalten vielleicht mit der fĂŒr Jungtiere bedrohlicheren Austrocknungsgefahr zusammen.
Eine marine Art ist in der Lage, aktiv zu schwimmen; ihre Cuticula ist glockenförmig ausgedehnt und kann durch Kontraktion einen gerichteten Wasserstrahl ausstoĂen; die Tiere bewegen sich also wie Quallen nach dem RĂŒckstoĂprinzip.
ErnÀhrung
Die meisten BĂ€rtierchen ernĂ€hren sich vegetarisch, hauptsĂ€chlich von Algenzellen, die sie entweder freilebend oder in Flechten finden. Die pflanzlichen Zellen der Moose gehören dagegen selbst bei den permanent dort lebenden Tieren nur selten zum Nahrungsspektrum. Bodenbewohnende Arten nehmen neben Algen zusĂ€tzlich auch organische AbfĂ€lle mitsamt den darin enthaltenen Bakterien und Pilzsporen auf; manche Formen leben aber auch ganz oder teilweise rĂ€uberisch. Zu ihrem Beutespektrum gehören Protozoen, RĂ€dertierchen (Rotifera) und FadenwĂŒrmer (Nematoda), aber auch andere BĂ€rtierchen. Einige marine Arten leben als Ectoparasiten auf der Haut von Seewalzen oder RankenfuĂkrebsen. An Land sind BĂ€rtierchen wegen der bestĂ€ndig existierenden Austrocknungsgefahr an eine parasitische Lebensweise nur schlecht angepasst; eine einzige Art ist hier bekannt, die möglicherweise endoparasitisch in Landlungenschnecken lebt.
Zum Fressen pressen BĂ€rtierchen ihren Mundkegel gegen die betroffene Pflanzenzelle, die Haut ihrer Beute oder die Körperwandung ihres Wirts. Durch Vorschieben der nadelscharfen Stilette werden diese dann angestochen und der Zell- oder Körperinhalt ausgesaugt. Besonders groĂe Arten können dagegen nicht nur flĂŒssige Nahrung aufnehmen, sondern ihre Beute auch als Ganzes einsaugen; davon sind insbesondere kleinere RĂ€der- und BĂ€rtierchen betroffen.
Fressfeinde, Parasiten und Kommensalen
Die wichtigsten Fressfeinde von BĂ€rtierchen sind andere BĂ€rtierchenarten, RĂ€dertierchen (Rotatoria) und FadenwĂŒrmer, daneben auch Milben (Acari), Spinnen (Araneae), SpringschwĂ€nze (Collembola), verschiedene Insektenlarven, aber auch in unspezifischer Weise âgrasendeâ Organismen wie RegenwĂŒrmer (Lumbricidae) oder diverse SĂŒĂwasserkrebse.
Einige BĂ€rtierchen fallen fleischfressenden Pilzen zum Opfer, deren feine ZellfĂ€den (Hyphen) zu Schlingen verflochten sind, in denen sich ihre Beute verfĂ€ngt, und die daraufhin in die gefangenen Tiere einwachsen. Andere Pilze wie Harposporium, das ungeschlechtliche Stadium der Schlauchpilzgattung Atricordyceps, geben Konidien, asexuelle Sporen, ab, die vermutlich, sobald sie von BĂ€rtierchen gefressen werden, im Darm auskeimen und ihre Opfer von innen verdauen. Möglicherweise penetriert der Pilz aber auch von auĂen die Cuticula der Tiere. Weitere wichtige Pilzparasiten von BĂ€rtierchen sind die Töpfchenpilzart Sorochytrium milnesiophthora und die Jochpilze Ballocephala sphaerospora und Ballocephala verrucospora.
Vermutlich gibt es eine ganze Reihe von Parasiten unter den Protozoen; nĂ€her untersucht wurde bisher aber erst das Wimpertierchen Pyxidium tardigradum, das bevorzugt BĂ€rtierchen befĂ€llt. Es lebt vermutlich als Symphoriont, das heiĂt, es lĂ€sst sich von seinem Wirt nur verbreiten, wird ihm aber selbst anscheinend nicht gefĂ€hrlich.
In marinen BĂ€rtierchen finden sich oft zahlreiche symbiotische Bakterien; auch die landlebenden Formen besitzen meistens eine reiche bakterielle Darmflora. Das Proteobakterium Xanthomonas campestris, ein wichtiger PflanzenschĂ€dling, wird vermutlich von BĂ€rtierchen ĂŒbertragen.
HĂ€utung
GröĂenwachstum ist bei BĂ€rtierchen nur durch regelmĂ€Ăige HĂ€utungen möglich. Dabei wird die nicht-zellige AuĂenhaut (Cuticula) mitsamt den Stiletten, der Auskleidung des Vorder- und Hinterdarms und den Beinklauen abgestoĂen. Die HĂ€utung beginnt immer am Vorderende der Tiere, und zwar damit, dass die alten Stilette und die Cuticula von Mundhöhle und Vorderdarm ausgestoĂen werden. Dadurch, dass sich der Körper zeitweilig zusammenzieht, löst er sich von der alten Haut, die dann abgestreift und als leeres HĂ€utungshemd (Exuvium) zurĂŒckgelassen wird. WĂ€hrend dieses normalerweise etwa 5 bis 10 Tage dauernden Vorgangs befinden sich die Tiere im stilettlosen Simplexstadium, in dem sie keine Nahrung aufnehmen können. Bereits wĂ€hrend der HĂ€utung wird neue Cuticula von der unterliegenden Epidermis gebildet, wĂ€hrend die neuen Stilette in den SpeicheldrĂŒsen synthetisiert und die Klauen von speziellen KlauendrĂŒsen aufgebaut werden.
Bei einzelnen Individuen konnten bis zu 13 HĂ€utungen im Laufe ihres Lebens nachgewiesen werden; sie dienen, abgesehen davon, dass sie lebenslanges Wachstum erst möglich machen, auch dazu, den Körperinnendruck zu verringern, in der Cuticula gespeicherte Abfallstoffe abzustoĂen oder Parasiten zu entfernen. Viele Arten legen ihre Eier in die HĂ€utungshemden ab.
Resistenzstadien
Viele BĂ€rtierchen haben einzigartige Anpassungen entwickelt, um Trockenheitsperioden, KĂ€lteeinbrĂŒche, starke Schwankungen im Salzgehalt des Wassers oder Sauerstoffmangel ĂŒberstehen zu können. Ein Beitrag zur Robustheit ist ihre Eutelie: Nach der Embryonalentwicklung findet Zellteilung mit ihren empfindlichen Phasen kaum mehr statt (auĂer in der Keimbahn). Daraus folgt bereits eine sehr hohe Strahlenresistenz (abgesehen von SterilitĂ€t),cite-ref-3[3] zum Vergleich siehe die Tabelle in âStrahlenschĂ€den. Zudem passen sich einige Arten den Jahreszeiten durch morphologische Umstellungen an, andere können dickwandige Zysten bilden. Die extreme Form der Anpassung ist jedoch die sogenannte Kryptobiose, bei der die Tiere in einen todesnahen Zustand ĂŒbergehen, in dem sich keinerlei StoffwechselaktivitĂ€t mehr registrieren lĂ€sst. Alle Resistenzstadien dienen dem Ăberstehen widriger Umweltbedingungen und verschaffen BĂ€rtierchen dadurch einen evolutionĂ€ren Wettbewerbsvorteil gegenĂŒber anderen Tiergruppen. Sie spielen daneben auch eine Rolle beim passiven Transport der Tiere in neue potentielle LebensrĂ€ume. Das BĂ€rtierchen ist auch das erste Tier, von dem bekannt wurde, dass es im Weltall ĂŒberleben kann.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]
Cyclomorphose
Als Cyclomorphose bezeichnet man die regelmĂ€Ăige Ănderung der Körperform in Reaktion auf zyklisch auftretende VerĂ€nderungen der Umweltbedingungen. Meistens wandeln sich die als Morphe bezeichneten Lebensstadien der Tiere jahreszeitlich bedingt ineinander um. Cyclomorphose ist bis jetzt nur von meereslebenden BĂ€rtierchen aus den Gattungen Halobiotus, Amphibolus und Hypsibius bekannt. Das bisher am besten untersuchte Beispiel findet sich bei der Art Halobiotus crispae, die in der Gezeitenzone Grönlands lebt: Hier lĂ€sst sich eine Pseudosimplex genannte Wintermorphe von einer Sommermorphe unterscheiden. Erstere ist in der Lage, Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt zu ĂŒberstehen, und bleibt auch bei niedrigen Temperaturen beweglich, sie ist dafĂŒr aber steril; nur die weitaus weniger resistente Sommermorphe ist fortpflanzungsfĂ€hig.
Zysten
Besonders in SĂŒĂwasser lebende Arten, aber auch solche, die Moose oder Laubstreu besiedeln, sind in der Lage, als Zysten bezeichnete Resistenzstadien zu bilden. Dazu ziehen sich die Tiere auf 20 bis 50 Prozent ihrer ehemaligen KörpergröĂe zusammen, reduzieren ihren Stoffwechsel und bauen teilweise auch ihre inneren Organe ab. Dieser Vorgang wird von bis zu drei unvollstĂ€ndigen, unmittelbar aufeinanderfolgenden HĂ€utungen begleitet, an deren Ende das Tier von einer mehrwandigen UmhĂŒllung aus Cuticula-Schichten umgeben ist. In diesem Zustand können die Tiere mehr als ein Jahr ĂŒberleben. Sobald sich die Umweltbedingungen geĂ€ndert haben, können sich die Tiere innerhalb von 6 bis 48 Stunden wieder aus ihrer UmhĂŒllung befreien.
Zysten bilden sich grundsÀtzlich nur im Wasser; sie sind bei weitem nicht so widerstandsfÀhig wie die weiter unten erwÀhnten Tönnchen und im Gegensatz zu diesen aufgrund ihres Wassergehalts auch nicht hitzeresistent.
Anoxybiose
Als Anoxybiose bezeichnet man die Toleranz gegenĂŒber Sauerstoffmangel. Wenn die Konzentration dieses Atemgases zu niedrig liegt, bricht die Osmoregulation zusammen, die Tiere nehmen Wasser auf und schwellen deutlich an. Der gesamte Stoffwechsel muss nun anaerob stattfinden, giftige Abfallprodukte sammeln sich in der Leibeshöhle an. Die meisten BĂ€rtierchen sind dennoch in der Lage, einen solchen Zustand fĂŒr 3 bis 5 Tage zu ĂŒberstehen; es wird sogar berichtet, dass einzelne Individuen aus der Gattung Echiniscoides in der Lage waren, bis zu 6 Monate in einem verschlossenen Reagenzglas mit verwesenden RankenfuĂkrebsen zu ĂŒberleben. Die RĂŒckkehr in den Normalzustand dauert abhĂ€ngig von der Zeitdauer des anoxybiotischen Stadiums einige Minuten bis wenige Stunden.
Anoxybiose ist besonders in LebensrĂ€umen wichtig, in denen die Sauerstoffkonzentration zeitweilig stark abfallen kann, etwa in groĂen statischen Wassermassen. BĂ€rtierchen, die in der Gezeitenzone auf Algenteppichen leben, sind bei Ebbe ebenfalls extremem Sauerstoffmangel ausgesetzt und gehörten vielleicht evolutionsgeschichtlich zu den ersten, die diese Anpassung erworben haben.
Osmobiose
Osmobiose ist die FĂ€higkeit, Schwankungen im Salzgehalt des Wassers zu tolerieren. BĂ€rtierchen sind wie die meisten Tiere nur dann lebensfĂ€hig, wenn die Ionenkonzentration des Wassers innerhalb gewisser Grenzen liegt. Dennoch können vor allem solche Arten, die in der Gezeitenzone leben, fĂŒr einen kurzen Zeitraum erstaunlich groĂe Schwankungen in der Salzkonzentration ĂŒberleben. Viele Arten bilden in sehr salzigem Wasser die unten nĂ€her beschriebenen Tönnchen; dieses ist jedoch ein Sonderfall der unten erlĂ€uterten Anhydrobiose und eine direkte Antwort auf die mit dem hohen Salzgehalt der Umgebung einhergehende innere Austrocknung. Tönnchenbildung wird daher formal nicht als eigentlich osmobiotisches PhĂ€nomen angesehen.
Kryobiose
Als Kryobiose bezeichnet man die FĂ€higkeit, niedrige Temperaturen ĂŒberstehen zu können. Sie ist eine Erscheinungsform der Kryptobiose, die durch eine nahezu totale Beendigung des Stoffwechsels charakterisiert ist. Es tritt ein sogenannter Dormanzzustand ein. Die unten nĂ€her beschriebene Bildung von Tönnchen ist dabei möglich, aber nicht zwingend.
Bei einem langsamen Abfall der Temperatur findet eine allmĂ€hliche Umstellung des Stoffwechsels statt, weil die meisten Enzyme ihre AktivitĂ€t verlieren und stattdessen tieftemperaturaktive Katalysatoren wirksam werden, die den Zucker Trehalose und andere kryoprotektive Substanzen synthetisieren: Diese schĂŒtzen die empfindlichen Biomembranen und ersetzen das an die lebenswichtigen MolekĂŒle gebundene Wasser. Besonders in der extrazellulĂ€ren KörperflĂŒssigkeit wird durch bislang unidentifizierte mittelschwere MolekĂŒle, die als Gefrierkeime wirken, ein kontrolliertes Wachstum von Eiskristallen angeregt, die durch Antigefrierproteine bei geringer GröĂe stabilisiert werden.
Auf diese Weise ist es den Tieren möglich, Temperaturen bis weit unterhalb des Gefrierpunkts zu ĂŒberstehen. Diese FĂ€higkeit erlaubt erst eine Besiedelung der Polarregionen und Hochgebirgsgletscher, wo die Umgebungstemperaturen regelmĂ€Ăig unter den Gefrierpunkt fallen. Die Unterart Echiniscus sigismundi groenlandicus ĂŒberdauert zum Beispiel 6 bis 8 Monate eingefroren im Wintereis und toleriert in der Ăbergangszeit regelmĂ€Ăiges Tauen und Gefrieren im Wechsel der Gezeiten.
BĂ€rtierchen ĂŒberstanden sogar zehn Tage im freien All. Mit dem Satelliten FOTON-M3 hatte die ESA 2007 mehrere Proben mit BĂ€rtierchen im All dem Vakuum, der KĂ€lte und UV-Strahlung ausgesetzt. Nach ihrer RĂŒckkehr fanden die Wissenschaftler selbst unter denjenigen BĂ€rtierchen Ăberlebende, die den extremsten Bedingungen ausgesetzt waren.cite-ref-6[6]
Weil BĂ€rtierchen bei genĂŒgend langsamem AbkĂŒhlen Extremtemperaturen von â273 Grad Celsiuscite-ref-7[7] ĂŒberstehen können, wurde vereinzelt vermutet, dass sie auĂerirdische Lebensformen seien. Solche Temperaturen wurden in ihrem natĂŒrlichen Lebensraum niemals auch nur annĂ€hernd erreicht, und die FĂ€higkeit könne somit nicht auf der Erde durch natĂŒrliche Selektion entstanden sein. Gegen diese Auffassung spricht, dass ein Lebewesen, das auf der Erde Minusgrade ĂŒberdauert, indem es Wasser in seinem Gewebe durch schĂŒtzende Substanzen wie Trehalose ersetzt und den Gefrierprozess selbst kontrolliert, ohne weitere evolutionĂ€re Anpassungen auch Temperaturen von â273 Grad Celsius potentiell ĂŒberdauern kann. BĂ€rtierchen sind multizellulĂ€re Polyextremophile.cite-ref-8[8]
Anhydrobiose
Anhydrobiose ist die FĂ€higkeit, eine Austrocknung des Körpers durch starke Wasserverluste ĂŒberstehen zu können. Sie findet sich bei fast allen landlebenden Arten und ist mit der Bildung walzenförmiger, unbeweglicher Resistenzstadien, der Tönnchen, verbunden. Weil im anhydrobiotischen Zustand bei Tönnchen kein Stoffwechsel mehr nachweisbar ist, fĂ€llt auch die Anhydrobiose unter den Oberbegriff Kryptobiose.
Bei manchen Arten sammeln sich zahlreiche Individuen vor der eigentlichen Tönnchenbildung und bilden ein loses KnĂ€uel. Diese Aggregation wird als Verhaltensanpassung gewertet und schirmt wohl insbesondere die innenliegenden Tiere etwas stĂ€rker von UmwelteinflĂŒssen ab, so dass der Austrocknungsprozess bei ihnen etwas langsamer vor sich geht â eine zu schnelle Dehydrierung kann auch bei BĂ€rtierchen zum Tod fĂŒhren.
Die Tönnchenbildung beginnt mit morphologischen Reaktionen: Die Beine werden eingezogen und die KörperoberflĂ€che insgesamt stark verkleinert. Durch Poren in der Cuticula werden zunehmend Lipide, fettlösliche Substanzen, abgegeben, die unter anderem vor Pilzangriffen schĂŒtzen sollen. Durch einen Phasenwechsel dieser Lipide wird die Cuticula zu einem spezifischen Zeitpunkt abrupt wasserundurchlĂ€ssig. Dieses verringert die Wasserverdunstung und erlaubt eine erneute VerlĂ€ngerung der Vorbereitungszeit auf den anhydrobiotischen Zustand, wĂ€hrend deren schĂŒtzende Verbindungen synthetisiert werden mĂŒssen.
Das Hauptproblem bei der Anhydrobiose besteht darin, dass die strukturelle IntegritĂ€t von wichtigen MakromolekĂŒlen wie Proteinen, Phospholipiden oder NukleinsĂ€uren um jeden Preis erhalten bleiben muss, da ansonsten in den Zellen irreversible SchĂ€den entstehen wĂŒrden. Die meisten dieser Verbindungen sind von lose angebundenen WassermolekĂŒlen umgeben, deren Verlust unkontrollierte Reaktionen zwischen ihnen auslösen wĂŒrde. Die von den BĂ€rtierchen im Verlauf ihrer Evolutionsgeschichte gefundene Lösung des Problems besteht darin, das gebundene Wasser wĂ€hrend einer Dehydrierung (Austrocknung) durch andere Verbindungen zu ersetzen, die bei einer Rehydrierung (Benetzung durch Wasser) leicht wieder abgebaut werden können. Die wichtigste dieser Verbindungen ist der Zucker Trehalose, der wĂ€hrend der Vorbereitung auf den anhydrobiotischen Zustand in groĂen Mengen produziert und manchmal um den Faktor 23 gegenĂŒber dem Ausgangszustand angereichert wird. Er schĂŒtzt nicht nur die Biomembranen und unterbindet Reaktionen zwischen den entwĂ€sserten Proteinen und anderen Zellbestandteilen wie Kohlenhydraten, sondern verhindert auch unkontrollierte Oxidationen, die ebenfalls wichtige MakromolekĂŒle zerstören könnten. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass BĂ€rtierchen einen neuen Typ ungeordneter Proteine besitzen, die bei Austrocknung vermehrt produziert werden und vitrifizieren, das heiĂt ein glasĂ€hnliches, schĂŒtzendes Material bilden.cite-ref-9[9] Neben dieser Proteinfamilie und Trehalose spielt vermutlich auch Glycerin eine Rolle bei diesen VorgĂ€ngen. Lipidtröpfchen fĂ€llt unterdessen die Aufgabe zu, Körpergewebe voneinander getrennt zu halten, die im normalen Zustand nicht Gefahr laufen, sich zu nahe zu kommen, im Tönnchenzustand jedoch in Kontakt geraten und unerwĂŒnschte Vernetzungsreaktionen auslösen könnten. Bis die Tiere aus dem Normalzustand ein stabiles Tönnchenstadium erreicht haben, dauert es etwa 5 bis 7 Stunden.
Sobald die Tiere den anhydrobiotischen Zustand erreicht haben, ist zumindest in trockener Umgebung keinerlei StoffwechselaktivitĂ€t mehr nachweisbar; insbesondere fĂ€llt der Sauerstoffverbrauch auf Null. In diesem Stadium können die Tiere extreme Austrocknung, das Einbringen in Salzlake, Ăther, reines Ethanol oder flĂŒssiges Helium, Temperaturen zwischen â196 °Celsius und +90 °Celsiuscite-ref-pmid18554084-10-0[10], groĂen hydrostatischen Druckcite-ref-11[11] und Vakuum ĂŒberstehen.
Sobald wieder genĂŒgend Wasser vorhanden ist, findet die RĂŒcktransformation in den Normalzustand, die Restitution, statt. Dazu wird die Trehalose aerob, also unter Nutzung von Luftsauerstoff, abgebaut und wieder durch Wasser ersetzt. Die Erholungszeit ist abhĂ€ngig von der Temperatur, dem Sauerstoffgehalt und dem pH-Wert der Umgebung sowie von der im kryptobiotischen Zustand verbrachten Zeit und schwankt darĂŒber hinaus auch von Art zu Art etwas. In den meisten FĂ€llen liegt sie zwischen zehn Minuten und mehreren Stunden, bei sehr lange andauerndem Tönnchenzustand auch bei einigen Tagen.
Ob die RĂŒckkehr in ein aktives Lebensstadium erfolgreich ist, hĂ€ngt in erster Linie vom korrekten Ablauf der Tönnchenbildung und vom ErnĂ€hrungszustand der Tiere ab. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die Lipidreserven, die nicht nur wie oben erwĂ€hnt selbst eine Rolle im kryptobiotischen Zustand spielen, sondern auch in Glycerin und Trehalose umgewandelt werden können und darĂŒber hinaus auch Energie fĂŒr den Restitutionsvorgang bereitstellen. Solange die Tiere die Möglichkeit haben, diese Reserven in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden aufzufrischen und darĂŒber hinaus jede Austrocknung nur langsam stattfindet, können sie in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden aus dem aktiven in den anhydrobiotischen Zustand ĂŒbergehen und umgekehrt. Individuen aus der Gattung Echiniscoides, die in der Gezeitenzone leben, können zum Beispiel experimentell in einen Zyklus mit sechsstĂŒndlicher Periode versetzt werden.
BĂ€rtierchen im kryptobiotischen Zustand werfen Fragen nach der Definition von Leben auf: So werden als charakteristische Merkmale eines lebenden Organismus hĂ€ufig Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung angefĂŒhrt. Keine dieser Eigenschaften findet sich jedoch im Tönnchenstadium, so dass man die RĂŒckkehr in den aktiven Zustand mit den Worten von Lazzaro Spallanzani, einem italienischen Naturforscher des 18. Jahrhunderts, als âWiederauferstehung von den Totenâ bezeichnen könnte. Andererseits kehren zwar viele, aber nicht alle BĂ€rtierchen aus dem anhydrobiotischen Stadium wieder in einen aktiven Zustand zurĂŒck, was den Tardigradologen John H. Crowe 1975 zu der Frage veranlasste:
Does this then mean that they "died" while they were "dead"?
Bedeutet das dann, dass sie âgestorbenâ sind, wĂ€hrend sie âtotâ waren?
Nach Crowes Auffassung kann die Definition von Leben nicht auf einzelne Merkmale reduziert werden; er sieht stattdessen das Fortbestehen der strukturellen KontinuitĂ€t und IntegritĂ€t eines lebenden Systems als im Wortsinne âlebensnotwendigâ an.
Fortpflanzung und Lebenszyklus
BĂ€rtierchen können sich sowohl ungeschlechtlich als auch auf geschlechtliche Weise vermehren. Die meisten Arten pflanzen sich aber ausschlieĂlich sexuell fort.
Asexuelle Fortpflanzung
Asexuelle Fortpflanzung ist nur durch Parthenogenese möglich, also die Reifung unbefruchteter Eier, die sich anschlieĂend zu Weibchen entwickeln. Sie kommt bei einer Reihe von Arten, unter anderem aus den Gattungen Echiniscus und Pseudoechiniscus vor. MĂ€nnliche Tiere sind oft nicht bekannt, auch wenn in manchen FĂ€llen nachtrĂ€glich ZwergmĂ€nnchen beschrieben werden konnten. Bei diesen und anderen Arten lĂ€sst sich ein Nebeneinander von parthenogenetischer und sexueller Fortpflanzung feststellen; die MĂ€nnchen sind dabei grundsĂ€tzlich in der Lage, geeignete, sexuell aktive, von ungeeigneten, sich parthenogenetisch reproduzierenden Weibchen zu unterscheiden. Ein wichtiger Vorteil, der mit Parthenogenese einhergeht, ist der fehlende Aufwand fĂŒr die Partnersuche, ein gravierender Nachteil die Verringerung der genetischen Vielfalt. Die negativen Folgen davon werden allerdings teilweise durch die FĂ€higkeit, widrigen UmwelteinflĂŒssen durch Kryptobiose einfach auszuweichen, kompensiert.
Sexuelle Fortpflanzung
Sexuelle Fortpflanzung bedingt bei BĂ€rtierchen meistens, allerdings nicht immer, die Existenz zweier getrennter Geschlechter. Einige hermaphroditische (zwittrige) Arten sind bekannt, die zur Selbstbefruchtung in der Lage sind; Ei- und Samenzellen reifen bei ihnen in derselben KeimdrĂŒse heran. Auch sie haben den Vorteil, keine Energie auf die Partnersuche aufwenden zu mĂŒssen, unterscheiden sich aber von parthenogenetischen Individuen, die sich letztlich klonen, durch die Möglichkeit genetischer Rekombination.
FĂŒr die ĂŒberwiegende Mehrzahl der Arten existieren hingegen getrennte Geschlechter, die sich allerdings Ă€uĂerlich nicht immer leicht unterscheiden lassen. Wo detaillierte Untersuchungen zur Populationsstruktur vorliegen, lĂ€sst sich fast immer ein deutliches ĂbermaĂ an Weibchen konstatieren.
Die Befruchtung kann sowohl auĂer- als auch innerhalb des Körpers der Weibchen stattfinden, die Eiablage ist fĂŒr die Weibchen meistens mit einer HĂ€utung verbunden. Die Einzelheiten beider VorgĂ€nge hĂ€ngen unter anderem vom Lebensraum der Tiere ab.
Bei marinen Arten werden die Spermien der MĂ€nnchen meistens in den SamenblĂ€schen der Weibchen deponiert, die ihre Eier dann frei ablegen und am Substrat wie Algenzellen anheften. Daneben kommt es aber auch vor, dass das Weibchen seine unbefruchteten Eier unmittelbar nach der HĂ€utung in die abgestoĂene Cuticula legt, wo sie dann extern von den MĂ€nnchen befruchtet werden.
Bei limnoterrestrischen Arten werden die Spermien gelegentlich noch vor oder wĂ€hrend der stattfindenden HĂ€utung des Weibchens in den entstehenden Spalt zwischen der alten und neuen Haut injiziert; sobald das Weibchen seine Eier in das abgelegte HĂ€utungshemd legt, findet die Befruchtung statt. Besonders bei landlebenden Arten kommt es hĂ€ufig zur Kopulation, wozu sich das MĂ€nnchen an einem Weibchen festklammert; eine solche Verbindung wird auch bei Ă€uĂeren Störungen des Geschlechtsakts nicht aufgegeben. Das MĂ€nnchen fĂŒhrt nun sein Sperma in den Geschlechtstrakt des Weibchens ein und zwar, bevor dieses seine HĂ€utung abgeschlossen hat. Alternativ können die Spermien auch in SamenblĂ€schen deponiert oder auch direkt durch die AuĂenhaut hindurch in die Leibeshöhle injiziert werden; in letzterem Fall findet die Befruchtung in der weiblichen KeimdrĂŒse statt.
Die Zahl der abgelegten Eier schwankt je nach Art zwischen 1 und 35, wobei sich mit zunehmendem Lebensalter eine stetige Zunahme dieser Zahl beobachten lĂ€sst. Ăber die gesamte Lebenszeit gesehen können einzelne Weibchen ĂŒber 100 Eier produzieren. Bei meereslebenden Arten fallen sie je nach Umgebungsbedingungen dĂŒnn- oder dickschalig aus, wĂ€hrend sich bei landlebenden Arten unterschiedliche Eiformen beobachten lassen: Glatte Eier werden meistens in den HĂ€utungshemden der Weibchen deponiert, wĂ€hrend Eier mit dicker, aufwendig ornamentierter und vermutlich austrocknungsresistenter Schale frei an Moospflanzen oder RindenstĂŒckchen angeklebt werden. Einige sĂŒĂwasserlebende Arten nutzen die abgestoĂenen Exoskelette von Insekten oder anderen GliederfĂŒĂern als Ablageort.
Besondere Verhaltensanpassungen bei der Fortpflanzung finden sich nur in seltenen FĂ€llen: So wurde bei einigen Arten ein primitives âPaarungsritualâ beobachtet. Das MĂ€nnchen streichelt dazu sein Weibchen mit den am Kopf befindlichen Cirri. Das Weibchen legt, in dieser Weise stimuliert, nach einiger Zeit seine Eier auf einem Sandkorn ab, auf dem das MĂ€nnchen dann sein Sperma deponiert. Die Tatsache, dass manche Weibchen die HĂ€utungshemden, in denen sie ihre Eier abgelegt haben, fĂŒr eine Weile mit sich schleppen, wird gelegentlich als einfacher Fall von âBrutpflegeâ interpretiert.
Bei gĂŒnstigen Bedingungen schlĂŒpfen die Jungtiere nach etwa 5 bis 40 Tagen. Sie absorbieren dazu aus der Umgebung solange FlĂŒssigkeit, bis ihr sich ausdehnender Körper die Eischale sprengt. Manche Arten setzen auch ihre Mundstilette zum Aufbrechen der EihĂŒlle ein. Der gesamte Vorgang dauert meistens nur wenige Minuten.
Die Jungtiere sind meistens ungefĂ€rbt und besitzen weniger Borsten, Cirri oder Klauen als die erwachsenen Tiere. Ansonsten sind sie diesen aber schon sehr Ă€hnlich, so dass ihre Entwicklung direkt, also ohne Larvenstadium verlĂ€uft. Bei einigen Arten aus der Klasse Heterotardigrada bilden sich der Anus und die Geschlechtsöffnung erst nach ein beziehungsweise zwei HĂ€utungen; dies wird gelegentlich als Hinweis auf eine indirekte Entwicklung gedeutet. In den meisten FĂ€llen wachsen die Jungtiere nur durch eine VergröĂerung des individuellen Zellvolumens, nicht aber durch eine Vermehrung der Zellenanzahl, so dass viele Gewebe bereits nach dem SchlĂŒpfen die endgĂŒltige Zellenzahl der Erwachsenenform aufweisen. Allerdings lassen sich auch in spĂ€teren Stadien gelegentlich noch Mitosen (Zellteilungen) nachweisen, die vermutlich dem Zweck dienen, abgestorbene Zellen zu ersetzen. Die Geschlechtsreife wird in jedem Fall erst nach mehreren HĂ€utungen erreicht.
Die normale Lebensdauer von BĂ€rtierchen liegt zwischen drei Monaten und zweieinhalb Jahren; sie entspricht der tatsĂ€chlichen Lebenszeit der meisten marinen Arten. Bei den limnoterrestrischen Arten wird das Leben der Tiere jedoch manchmal oder oft durch kryptobiotische ZustĂ€nde unterbrochen, wĂ€hrend deren die betroffenen Individuen nicht altern. Mooslebende Arten erreichen auf diese Weise hĂ€ufig eine reale Lebensdauer von vier Jahren oder mehr; in EinzelfĂ€llen können sie auch Jahrzehnte ĂŒberdauern. In ausgetrocknetem Moos eines botanischen Museums wurde ein BĂ€rtierchen entdeckt, das nach 120 Jahren im anhydrobiotischen Zustand âwiederbelebtâ werden konnte.
BĂ€rtierchen und der Mensch
BĂ€rtierchen finden sich zwar in fast allen menschlichen LebensrĂ€umen, fallen aber wegen ihrer geringen GröĂe und ausgefallenen Lebensweise kaum auf. Da sie zudem keine unmittelbare wirtschaftliche, medizinische oder tiermedizinische Bedeutung besitzen, sind sie den meisten Menschen unbekannt. Jene, die sie das erste Mal sehen, beschreiben sie oft als âsĂŒĂâ, ein Adjektiv, das sich selbst in seriösen zoologischen Publikationen finden lĂ€sst und wohl nicht nur durch die bĂ€renĂ€hnliche Körperform, sondern auch durch die tapsige Fortbewegungsweise der Tiere inspiriert ist. Eine Haltung in monoxenischer Kultur, also zusammen mit mindestens einer weiteren Art, ist möglich.
Angaben zur GefĂ€hrdung liegen nicht vor; eine Art, Thermozodium esakii, ist allerdings möglicherweise ausgestorben. Da BĂ€rtierchen sehr empfindlich auf Umweltgifte, insbesondere Schwefeltrioxid, reagieren, gibt es Ideen, die Tiere als Indikatoren fĂŒr die UmweltqualitĂ€t eines Standorts einzusetzen. Untersuchungen zur SchĂ€digung von Tardigrada durch Schwermetallbelastung von Moosen wurden von ungarischen Forschern vorgelegt.cite-ref-12[12] Untersuchungen zu stĂ€dtischen LebensrĂ€umen liegen aber noch nicht vor.
Stammesgeschichte
Moderne Formen
Die engsten Verwandten der BĂ€rtierchen finden sich in zwei sehr unterschiedlichen Gruppen: Die GliederfĂŒĂer (Arthropoda), die unter anderem Krebstiere (Crustacea), Spinnentiere (Arachnida), TausendfĂŒĂer (Myriapoda) und Insekten (Insecta) umfassen, sind der umfangreichste Tierstamm ĂŒberhaupt, wĂ€hrend die StummelfĂŒĂer (Onychophora), die sich als WĂŒrmer mit Beinen beschreiben lassen, ein eher obskures Taxon bilden. BĂ€rtierchen, Glieder- und StummelfĂŒĂer bilden sehr wahrscheinlich zusammen eine natĂŒrliche Verwandtschaftsgruppe, ein sogenanntes monophyletisches Taxon, das als Panarthropoda bezeichnet wird. Als gemeinsames abgeleitetes Merkmal kann die bei allen Tieren dieser Gruppe auftretende Segmentierung des Körpers sowie das Auftreten paariger KörperanhĂ€nge angesehen werden; auch der Aufbau der Cuticula wird von allen drei Taxa geteilt.
Innerhalb der Panarthropoda werden BĂ€rtierchen traditionell mit den StummelfĂŒĂern als Protoarthropoda zusammengefasst:
Dabei spielte ursprĂŒnglich die Vorstellung eine Rolle, dass StummelfĂŒĂer und BĂ€rtierchen noch nicht die volle Organisationshöhe der GliederfĂŒĂer erreicht haben. Evolutionstheoretisch gilt die Unterscheidung mehr oder weniger hoch entwickelter Formen jedoch mittlerweile als veraltet; moderne Klassifikationen sollen ausschlieĂlich die tatsĂ€chlichen stammesgeschichtlichen Beziehungen der Taxa zueinander wiedergeben.
Als gemeinsame Merkmale der Protoarthropoda werden dann die sowohl bei StummelfĂŒĂern als auch bei BĂ€rtierchen zu findenden sackartigen KörperanhĂ€nge, die Stummelbeine, angefĂŒhrt. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Homologien, also Merkmale, die sich auf eine gemeinsame VorlĂ€uferstruktur zurĂŒckfĂŒhren lassen. Insbesondere entspricht der vermutlich aus drei Segmenten bestehende BĂ€rtierchen-Kopf sehr wahrscheinlich den ersten drei Einheiten des StummelfĂŒĂer-Körpers. Ihre Stilette können dementsprechend als stark abgewandelte KörperanhĂ€nge des zweiten Segments angesehen werden und wĂ€ren somit den Kiefern der StummelfĂŒĂer homolog. Auch die Klauenstruktur ist bei BĂ€rtierchen und StummelfĂŒĂern sehr Ă€hnlich. Trotz dieser ins Auge springenden Gemeinsamkeiten ist es umstritten, ob die Protoarthropoda eine natĂŒrliche Verwandtschaftsgruppe bilden, da vermutlich alle angefĂŒhrten Merkmale Symplesiomorphien sind, das heiĂt, schon bei den Vorfahren aller Panarthropoda zu finden waren. Zu Beginn der 2000er Jahre hat sich eine Bevorzugung fĂŒr eine Schwestergruppenbeziehung zwischen BĂ€rtierchen und GliederfĂŒĂern gebildet:
Die weitere Verwandtschaft der BĂ€rtierchen wird traditionell in den RingelwĂŒrmern (Annelida) gesehen. Mit ihnen teilen sie unter anderem weiche, nicht gelenkige KörperanhĂ€nge mit abschlieĂenden verhĂ€rteten âKlauenâ und eine terminale, den Körper nach vorne abschlieĂende Mundstellung. Diese auf den französischen Naturforscher Georges Cuvier zurĂŒckgehende Articulata-Hypothese hat auch mit den 2000er Jahren noch viele AnhĂ€nger, wurde aber gegen Ende der 1990er Jahre aufgrund morphologischer und molekulargenetischer Erkenntnisse zunehmend in Frage gestellt. An ihre Stelle trat ein Konzept, das die nĂ€chsten Verwandten der Panarthropoda in einer Gruppe wurmartiger Tiere, der Cycloneuralia, sieht: Zu diesem Taxon zĂ€hlt man Faden- (Nematoda) und SaitenwĂŒrmer (Nematomorpha), aber auch drei eher obskure Tiergruppen, PriapswĂŒrmer (Priapulida), HakenrĂŒssler (Kinorhyncha) und Korsetttierchen (Loricifera). Alle diese Taxa zeichnen sich wie die Panarthropoda dadurch aus, dass sie ihre nicht-zellige AuĂenhaut oder Cuticula zumindest wĂ€hrend einzelner Stadien ihres Lebenszyklus abstoĂen; sie werden daher als HĂ€utungstiere (Ecdysozoa) bezeichnet:
Ausgestorbene Formen
BĂ€rtierchen-Fossilien sind ausgesprochen rar und tragen daher nur wenig zum VerstĂ€ndnis der Entwicklung dieser Tiergruppe bei. Neben einigen Funden aus dem frĂŒhen Erdaltertum sind nur einige in Bernstein erhaltene Individuen aus dem spĂ€ten Erdmittelalter bekannt.
Als mögliche Stammlinienvertreter der Tactopoda, des Taxons aus GliederfĂŒĂern und BĂ€rtierchen, werden zunehmend die Lobopoden gesehen, eine Gruppe wurmĂ€hnlicher Tiere aus den erdgeschichtlichen Epochen des Kambriums und Ordoviziums, die ihren Ursprung allerdings wohl schon im vorhergehenden Ediacarium hatte. Sie liefen Ă€hnlich wie die StummelfĂŒĂer auf nichtgelenkigen, sackartigen Stummelbeinen und werden daher traditionell diesem Tierstamm zugeordnet. Einige moderne kladistische Untersuchungen halten diese EinschĂ€tzung fĂŒr unbegrĂŒndet und sehen die Lobopoden stattdessen als nicht natĂŒrliche Verwandtschaftsgruppe, aus der sowohl StummelfĂŒĂer als auch die Tactopoda hervorgegangen sind. Eine vorgeschlagene Variante, die diese Alternativsicht zum Ausdruck bringt, ist in dem folgenden Diagramm dargestellt:
Die Gattung Aysheaia, die noch sehr viele ursprĂŒngliche Merkmale wie eine einfache Reihung unspezialisierter langer Beine oder eine feine, nicht mit der unauffĂ€lligen Körpersegmentierung ĂŒbereinstimmende oberflĂ€chliche Ringung aufweist, bildet demnach die evolutionĂ€re Schwestergruppe aller anderen Panarthropoda, die sich sodann in die StummelfĂŒĂer und alle weiteren Gruppen aufteilen. Eine Reihe von Lobopoden wie die schwer gepanzerten Gattungen Cardiodictyon, Hallucigenia oder Paucipodia bildet vermutlich einen ausgestorbenen Seitenast, welcher der nicht zugeordneten Gattung Luolishania einerseits und einem unbenannten Taxon aus der Art Kerygmachela kierkegaardi und den Tactopoda andererseits gegenĂŒbersteht.
Kerygmachela kierkegaardi, nach dieser Hypothese die unmittelbare Schwestergruppe der Tactopoda, ist aus dem frĂŒhen Kambrium in Nordgrönland bekannt und Ă€hnlich wie BĂ€rtierchen und GliederfĂŒĂer auch Ă€uĂerlich deutlich segmentiert. Ob auch die mysteriösen Anomalocaris-Fossilien in die Stammlinie der Tactopoda gehören oder wie oben dargestellt nĂ€her mit den GliederfĂŒĂern als mit den BĂ€rtierchen verwandt sind, ist unklar.
Die ersten eindeutig den BĂ€rtierchen zuzuordnenden Fossilien entstammen der sibirischen Kuonamka-Formation. In 530 Millionen Jahre altem Kalkstein aus dem mittleren Kambrium haben sich dort vier Individuen erhalten, die nach Körperform und -gröĂe als BĂ€rtierchen identifizierbar sind. Die noch unbeschriebene Art verfĂŒgte anscheinend ĂŒber drei, vielleicht auch vier Beinpaare, die in einem Paar ungleicher Klauen abschlossen und besaĂ eine Cuticula-Struktur, die jener der heutigen Tiere schon sehr Ă€hnlich war. Die bereits sehr stark spezialisierten Tiere können womöglich sogar einer der modernen Klassen, den Heterotardigrada, zugeordnet werden.cite-ref-13[13]
Wie sich der Ăbergang von den robusten Lobopoden zu den nur submillimetergroĂen BĂ€rtierchen vollzog, ist unbekannt. Ein möglicher Mechanismus wĂ€re Progenese, ein Vorgang, bei dem sich die KeimdrĂŒsen in der Embryonalentwicklung vorzeitig ausbilden und die Geschlechtsreife daher im Vergleich mit dem Ausgangszustand frĂŒher eintritt. Diese arrestiert nun die weitere Entwicklung und Differenzierung des Körpers, so dass Larven- oder Jungtiermerkmale wie eine wesentlich geringere GröĂe beim erwachsenen Tier auftreten, ein PhĂ€nomen, das man als PĂ€domorphose bezeichnet.
Auch wann BÀrtierchen erstmals terrestrische LebensrÀume erobert haben, lÀsst sich mangels Fossilfunden nicht mit Gewissheit sagen. Da BÀrtierchen heute hÀufig in Mooskissen zu finden sind, Moose sehr wahrscheinlich die ersten Pflanzen waren, die das Land besiedelten und dabei hinsichtlich der Austrocknungsgefahr Àhnlichen Herausforderungen ausgesetzt waren wie die BÀrtierchen selbst, ist es sehr gut möglich, dass Moose und BÀrtierchen den Schritt an Land zusammen mit den dazu notwendigen Anpassungen gemeinsam vollzogen haben.
SpĂ€testens zu diesem Zeitpunkt muss sich bei den Tieren die einzigartige Anpassung an Trockenheitsperioden, die Kryptobiose, herausgebildet haben. Sie erlaubte ihnen, widrigen Umweltbedingungen durch vorĂŒbergehendes Abschalten des Stoffwechsels einfach auszuweichen. Dieses hat zur Folge, dass zumindest die umweltbedingte Selektion nur verhĂ€ltnismĂ€Ăig schwach ist, und erklĂ€rt so die sehr langsame, bradytelische Evolutionsrate der körperlichen Erscheinungsform, des PhĂ€notyps.
Es ĂŒberrascht daher nicht, dass die spĂ€teren, aus der Kreidezeit erhaltenen BĂ€rtierchen-Fossilien gegenĂŒber den heutigen Arten kaum eine Ănderung der Körperform erkennen lassen. Beorn leggi etwa, eine aus kanadischem Bernstein erhaltene Art, lĂ€sst sich bereits der Klasse Eutardigrada zuordnen; ein nur sehr schlecht erhaltenes unbenanntes Jungtier vom selben Fundort gehört möglicherweise in die Klasse Heterotardigrada. Aus dem US-amerikanischen Bundesstaat New Jersey sind weitere Bernsteinfossilien bekannt, die vermutlich aus der Turonian genannten Epoche der spĂ€ten Kreidezeit stammen. Auch sie sind vermutlich bereits den Eutardigrada zuzuordnen und lassen keine weitergehenden SchlĂŒsse zu, als dass diese Entwicklungslinie schon seit mehr als 65 Millionen Jahren existiert.
Die einzigen weiteren BĂ€rtierchenfossilien sind etwas mehr als 7000 Jahre alte Eier, die sich in subantarktischen Torfmooren erhalten haben. Da verschiedene BĂ€rtierchenarten unterschiedliche Temperatur- und Feuchtigkeitsvorlieben haben, gibt es Ăberlegungen, die in den verschiedenen Moorschichten auftretenden Eier Ă€hnlich wie Pflanzenpollen zur Bestimmung des damaligen Klimas heranzuziehen.
Systematik
Es besteht kein ernsthafter Zweifel daran, dass BĂ€rtierchen ein monophyletisches Taxon bilden, also auf eine gemeinsame Stammart zurĂŒckgehen und alle Nachfahren dieser Art umfassen. Wichtige Synapomorphien, gemeinsame, abgeleitete Merkmale, sind etwa die teleskopartig einziehbaren Beine und die Mundstilette.
Bis zum Jahre 2005 wurden etwa 930 Arten beschrieben, darunter 160 marine Formen. Die tatsĂ€chliche Artenzahl ist naturgemÀà unbekannt, wird aber auf etwa 10.000 geschĂ€tzt. Hinzu kommt, dass sich vermutlich hinter vielen nach morphologischen Kriterien abgegrenzten âArtenâ stattdessen Gruppen kryptischer Arten verbergen, die nur molekulargenetisch auseinanderzuhalten sind, was die BiodiversitĂ€t des Taxons nochmals erhöhen wĂŒrde.
Man unterscheidet drei verschiedene Klassen, deren VerwandtschaftsverhÀltnisse zueinander noch unklar sind:
âą Als Heterotardigrada bezeichnet man die âgepanzertenâ BĂ€rtierchen, auch wenn nicht alle Arten tatsĂ€chlich eine rĂŒckseitig verhĂ€rtete und in einzelne Panzerplatten (Skleriten) geteilte Cuticula besitzen. Bei vielen Formen lassen sich auffĂ€llige KopfanhĂ€nge wie Cirri und Clavae beobachten; die Beine können sowohl in Klauen als auch in Haftscheiben enden. Die Geschlechtsöffnung liegt immer direkt auf der KörperoberflĂ€che, Malpighische DrĂŒsen zur Ausscheidung und Osmoregulation treten nicht auf. Heterotardigrada finden sich sowohl in marinen als auch in limnoterrestrischen LebensrĂ€umen.
âą Als Eutardigrada bezeichnet man die ânacktenâ BĂ€rtierchen, ihre AuĂenhaut ist dĂŒnn und nicht verhĂ€rtet. AuffĂ€llige SinneshĂ€rchen am Kopf finden sich in dieser Gruppe nie; die Beine enden grundsĂ€tzlich in Klauen. Anders als bei den Heterotardigrada mĂŒndet der Eileiter in den Enddarm ein, der dadurch zur Kloake wird; zur Ausscheidung dienen die spezialisierten Malpighischen DrĂŒsen. Die meisten Eutardigrada leben im SĂŒĂwasser oder an Land, obwohl auch einige marine Arten existieren.
âą Die Mesotardigrada sind nur durch eine einzige, verschollene Art, Thermozodium esakii bekannt, die formell in eine Familie Thermozodiidae gestellt wird. Der Beschreibung nach besitzt sie am Kopf je einen seitlichen Cirrus, aber keine Clavae; der Mund ist von vier warzenĂ€hnlichen VorsprĂŒngen (Papillen) umgeben. Auch am Beinansatz befinden sich demnach Papillen, wĂ€hrend das Beinende in 6 bis 10 einfache Klauen ĂŒbergeht; Malpighische DrĂŒsen sind vorhanden. Die Art wurde auf Algenpolstern in einer nahe der japanischen Stadt Nagasaki gelegenen heiĂen Quelle, der Typ-LokalitĂ€t, gefunden, die jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg durch ein Erdbeben zerstört wurde. Da sich auch kein Typmaterial erhalten hat und die Art bis heute nicht mehr wieder aufgefunden werden konnte, gilt ihre Existenz heute als zweifelhaft und ihr Name entsprechend als Nomen dubium.
Oft wird angenommen, dass eine Ordnung der Heterotardigrada, die mehrheitlich marinen Arthrotardigrada, die ursprĂŒnglichsten BĂ€rtierchenarten umfasst, aus denen sich dann zunĂ€chst die Formen der anderen Heterotardigrada-Ordnung Echiniscoidea und dort insbesondere der limnoterrestrischen Familie Echiniscidae entwickelt haben, bevor diese wiederum die andere BĂ€rtierchenklasse Eutardigrada hervorbrachte, deren Arten sich hauptsĂ€chlich im SĂŒĂwasser und an Land finden:
Diese Hypothese konnte jedoch bislang nicht bestĂ€tigt werden; vorlĂ€ufige molekulargenetische Daten sprechen dafĂŒr, dass sowohl Hetero- als auch Eutardigrada natĂŒrliche Verwandtschaftsgruppen bilden:
Forschungsgeschichte
Die Tardigradologie oder BĂ€rtierchenforschung reicht in ihren AnfĂ€ngen bis ins 18. Jahrhundert zurĂŒck. Der deutsche Naturforscher Johann Conrad Eichhorn war vermutlich am 10. Juni 1767 der erste Mensch, der die Tiere beobachtete. Da er seine Entdeckung in seinem Werk BeytrĂ€ge zur Naturgeschichte der kleinsten Wasserthierchen die mit blossem Auge nicht gesehen werden und die sich in den GewĂ€ssern in und um Danzig befinden erst 1775 und damit Jahre spĂ€ter veröffentlichte, gilt aber zumeist der Quedlinburger Pastor Johann August Ephraim Goeze als Entdecker der Gruppe. Er konnte nach eigenen Angaben seine erste Beobachtung am 10. Dezember 1772 machen und veröffentlichte seine Beschreibung der Tiere in einem selbst verfassten Anhang der von ihm aus dem Französischen ĂŒbersetzten und im Jahre 1773 erschienenen Schrift Herrn Karl Bonnets Abhandlungen aus der Insektologie. Dort schrieb er unter anderem:
âSeltsam ist dieses Thierchen, weil der ganze Bau seines Körpers auĂerordentlich und seltsam ist, und weil es in seiner Ă€usserlichen Gestalt, dem ersten Anblicke nach, die gröĂte Aehnlichkeit mit einem BĂ€re im Kleinen hat. Dies hat mich auch bewogen ihm den Namen des kleinen WasserbĂ€rs zu geben. [âŠ] Man fĂŒrchte sich indessen nicht, auch diese Raubthiere der unsichtbaren Welt zu betrachten.âcite-ref-14[14]
Bereits ein Jahr spĂ€ter wurde erstmals die RĂŒckkehr aus dem anhydrobiotischen Zustand beobachtet, die der italienische Naturforscher Lazzaro Spallanzani kurz darauf als âWiederauferstehung von den Totenâ beschrieb. Er war es auch, der im zweiten Band seines 1776 in Modena erschienenen Buchs Opuscoli di Fisica animale e vegetabile der Gruppe den Namen Il Tardigrada gab. 1790 wurden die Tiere in das Werk Systema NaturĂŠ des schwedischen Naturforschers und Systematikers Carl von LinnĂ© aufgenommen.
Die erste wissenschaftliche Monographie erschien im Jahre 1840, neun Jahre spÀter wurde das erste marine BÀrtierchen entdeckt; die wissenschaftliche Beschreibung der ersten fossilen Art, Beorn leggi, musste hingegen bis 1964 noch mehr als ein Jahrhundert warten.
Die systematische Stellung der Tiere war von Anbeginn unklar; wĂ€hrend des gesamten 19. Jahrhunderts wurden sie taxonomisch wahlweise mit den RĂ€dertierchen (Rotifera) oder Asselspinnen (Pycnogonida) gruppiert oder zu den GliederfĂŒĂern (Arthropoda) gestellt. Auch in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts blieben ihre genauen stammesgeschichtlichen Beziehungen umstritten, so dass schlieĂlich der italienische Tardigradologe Giuseppe Ramazzotti die Gruppe in den Rang eines eigenen Tierstamms erhob. Die weitere Klassifikation des Taxons geht auf den deutschen Biologen Ernst Marcus zurĂŒck, der 1929 alle BĂ€rtierchen in die Untergruppen der Hetero- und Eutardigrada einteilte; 1937 wurden durch Gilbert Rahm die Mesotardigrada als dritte Gruppe eingefĂŒhrt.
Diverses
âą Durch die missglĂŒckte Landung des israelischen MondlandegerĂ€tes Beresheet wurden 2019 einige Tausend BĂ€rtierchen verstreut. Da sie ohne Sauerstoff auskommen und sich nach dem AufwĂ€rmen aus dem tiefgekĂŒhlten Zustand wieder zum Leben erwecken lassen,cite-ref-sz-15-0[15] wurden sie fĂŒr diese Mondmission ausgewĂ€hlt. âWie totes Material können sie jahrelang im ausgetrockneten Zustand ĂŒberdauern. Auch den Absturz auf dem Mond dĂŒrften sie ĂŒberstanden habenâ, versicherte Nova Spivack dem US-Magazin Wired. Nova Spivack ist Leiter der Stiftung âArch Missionâ.
Popkultur
âą In Staffel 1 der TV-Serie Star Trek: Discovery ist eine bĂ€rengroĂe Version der Tardigrade als im Weltraum lebende Tierart in die Handlung integriert, wobei auch eine vorĂŒbergehend Kryptobiose dargestellt wird. In einer Folge der Star Trek: Short Treks (S2E4 âEphraim und Dotâ) agiert ein weibliches Exemplar dieser fiktiven Spezies zudem sogar als Protagonist.cite-ref-16[16]
Literatur
âą Wilm, Jan. BĂ€rtierchen. Naturkunden, Matthes & Seitz Berlin, Berlin 2025. ISBN 978-3-7518-4027-9.
âą E. E. Ruppert, R. S. Fox, R. D. Barnes: Invertebrate Zoology. A functional evolutionary approach. 7. Auflage. Brooks/Cole, London 2004, ISBN 0-03-025982-7, S. 510.
âą R. C. Brusca, G. J. Brusca: Invertebrates. 2. Auflage. Sinauer Associates, Sunderland Mass 2002, ISBN 0-87893-097-3, S. 469.
âą I. M. Kinchin: The biology of tardigrades. Portland Press, London 1994, ISBN 1-85578-043-7, S. 186.
âą M. Blaxter, B. Elsworth, J. Daub: DNA taxonomy of a neglected animal phylum: an unexpected diversity of tardigrades. In: Proceedings of the Royal Society of London. Series B. London 271.2004, S. 189. ISSN 0375-0434
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âą R. A. Dewel, D. R. Nelson, W. C. Dewel: The brain of "Echiniscus veridissimus" Peterfi, 1956 (Heterotardigrada). A key to understanding the phylogenetic position and the evolution of the arthropod head. In: Zoological Journal of the Linnean Society. Blackwell, Oxford 116.1996, ISSN 1096-3642, S. 35.
âą J. R. Garey, D. R. Nelson, L. Y. Mackey, L. Li: Tardigrade phylogeny, Congruency of morphological and molecular evidence. In: Zoologischer Anzeiger. Elsevier, Jena 238.1999, ISSN 0044-5231, S. 205.
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âą D. R. Nelson: Tardigrada. In: J. H. Thorp, A. P. Covich (Hrsg.): Ecology and Classification of North American Freshwater Invertebrates. Academic Press, San Diego Ca 2001, ISBN 0-12-690647-5, S. 527.
âą D. R. Nelson: Current Status of the Tardigrade. Evolution and Ecology. In: Integrative and Comparative Biology. Lawrence 42.2002, ISSN 1540-7063, S. 652.
âą D. R. Nelson, N. J. Marley: The biology and ecology of lotic Tardigrada. In: Freshwater Biology. Blackwell, Oxford 44.2000, ISSN 0046-5070, S. 93.
âą Joh. August Ephraim Goeze: Herrn Karl Bonnets Abhandlungen aus der Insektologie. (PDF; 31,2 MB). Supplement by the translator J.A.E. Goeze, Halle 1773. (Originaltext: Seltsam ist dieses Thierchen, weil der ganze Bau seines Körpers ausserordentlich und seltsam ist, und weil es in seiner Ă€usserlichen Gestalt, dem ersten Anblicke nach, die grösste Ăhnlichkeit mit einem BĂ€re im Kleinen hat. S. 367â375)
Weblinks
Commons
: Tardigrada
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: BĂ€rtierchen
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Tardigrada Newsletter (engl.)
âą BĂ€rtierchen: Fotos und Videos (engl.)
âą Umfangreiche Sachtexte, Fotogalerien und Kurzfilme zu BĂ€rtierchen
âą Taxonomie bis auf Gattungsebene
âą Microscopy UK (engl.)
âą Forschung mit BĂ€rtierchen im Weltall
âą Schweizer Forschungsstelle fĂŒr Ăkologie, Physiologie und Evolutionsbiologie von Tardigraden
âą A recent claim that tardigrades got a sixth of their DNA from microbes is starting to unravel (engl.)
âą Claudia Ruby: BĂ€rtierchen - Die knuffigen ĂberlebenskĂŒnstler Bayern 2 Radiowissen. Ausstrahlung am 25. Juli 2019 (Podcast)
âą Doch nicht unverwĂŒstlich â das ist der Schwachpunkt von BĂ€rtierchen
âą Lars Fischer: Blaues Leuchten schĂŒtzt BĂ€rtierchen vor Strahlung, auf: spektrum.de vom 15. Oktober 2020
âą Peter Dockrill: We Just Found Another Trick Tardigrades Use to Be Basically Indestructible, auf: sciencealert vom 14. Oktober 2020 (engl.)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Karl Ernst Georges: AusfĂŒhrliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. 8., verbesserte und vermehrte Auflage. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1918 (zeno.org [abgerufen am 2. Mai 2023]).
cite-note-22. â Andreas Hejnol, Ralf Schnabel: The eutardigrade Thulinia stephaniae has an indeterminate development and the potential to regulate early blastomere ablations. In: Development. 132, 2005, S. 1349â1361. doi:10.1242/dev.01701
cite-note-33. â Daiki Horikawa et al.: Radiation tolerance in the tardigrade Milnesium tardigradum. Int. J. Radiat. Biol. 82, 2006, doi:10.1080/09553000600972956 (freier Volltext).
cite-note-44. â Emma Brennand: Tardigrades: Water bears in space. Hrsg.: BBC. 17. Mai 2011 (bbc.co.uk [abgerufen am 30. November 2019]).
cite-note-55. â Peter Reuell: Harvard study suggests asteroids might play key role in spreading life. In: Harvard Gazette. 8. Juli 2019, abgerufen am 30. November 2019 (amerikanisches Englisch).
cite-note-66. â Lorena Rebecchi et al.: Resistance of the anhydrobiotic eutardigrade Paramacrobiotus richtersi to space flight (LIFE-TARSE mission on FOTON-M3), in: Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research 49, 21. April 2011, S. 98â103, doi:10.1111/j.1439-0469.2010.00606.x.
cite-note-77. â Neil A. Campbell et al.: Biologie. 8., aktualisierte Auflage. 2011, ISBN 978-3-8273-7287-1.
cite-note-88. â D. Schulze-Makuch et al.: Tardigrades: An Example of Multicellular Extremophiles. In: Joseph Seckbach u. a.: Polyextremophiles - life under multiple forms of stress. Springer, Dordrecht 2013, ISBN 978-94-007-6487-3, S. 597â607.
cite-note-99. â Thomas C. Boothby, Hugo Tapia, Alexandra H. Brozena, Samantha Piszkiewicz, Austin E. Smith: Tardigrades Use Intrinsically Disordered Proteins to Survive Desiccation. In: Molecular Cell. Band 65, Nr. 6, 16. MĂ€rz 2017, ISSN 1097-2765, S. 975â984.e5, doi:10.1016/j.molcel.2017.02.018, PMID 28306513 (cell.com [abgerufen am 20. Juni 2017]).
cite-note-pmid18554084-1010. â D. D. Horikawa, T. Kunieda et al.: Establishment of a rearing system of the extremotolerant tardigrade Ramazzottius varieornatus: a new model animal for astrobiology. In: Astrobiology. Band 8, Nummer 3, Juni 2008, S. 549â556, doi:10.1089/ast.2007.0139, PMID 18554084.
cite-note-1111. â Fumihisa Ono et al.: Effect of ultra-high pressure on small animals, tardigrades and Artemia.Cogent Physics 3, 2016, doi:10.1080/23311940.2016.1167575 (freier Volltext).
cite-note-1212. â B. Vargha, E. Otvös, Z. Tuba: Investigations on ecological effects of heavy metal pollution in Hungary by moss-dwelling water bears (Tardigrada), as bioindicators. In: Ann Agric Environ Med. 2002;9(2), S. 141â146. PMID 12498580
cite-note-1313. â Klaus J. MĂŒller, Dieter Waloszek, Arcady Zakharov: 'Orsten' type phosphatized soft-integument preservation and a new record from the Middle Cambrian Kuonamka Formation in Siberia. In: Neues Jahrbuch fĂŒr Geologie und PalĂ€ontologie. Abhandlungen 197(1), 1995, S. 101â118.
cite-note-1414. â J. A. E. Goeze: Herrn Karl Bonnets Abhandlungen aus der Insektologie. J. J. Gebauer, Halle, 1773. Digitalisat abgerufen am 9. September 2016. Zitiert nach www.baertierchen.de.
cite-note-sz-1515. â Patrick Illinger: BĂ€rtierchen sind die ersten Mondbewohner. In: SĂŒddeutsche Zeitung, 7. August 2019
cite-note-1616. â Star Trek: Short Treks als Video-On-Demand bei Pluto.tv, abgerufen am 19. Juni 2024.